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Auf zur Südinsel

Nach einer unspektakulären Silvesternacht, die ich ohne eine einzige Rakete erlebe (scheinbar wird hier privat nicht geknallt, wie vernünftig), starte ich früh in Richtung Fähre. Man muss spätestens eine Stunde vor Abfahrt da sein und tatsächlich legt das Schiff 15 Minuten vor der Zeit ab. Scheinbar sind alle angemeldeten Reisenden an Bord. In der Warteschleife vor der Auffahrt an Bord hält neben mir ein Auto mit deutschem Kennzeichen. Und bei genauerem Betrachten sind es drei Fahrzeuge , Oldtimer der Marke Sunbeamer Tiger, das steht jedenfalls auf den Schildern. Zwei kommen bei uns aus dem Norden, Hamburg und Stade. Wie mir die Fahrer erzählen, haben sie eine Einladung eines Autoclubs dieser Marke in Queenstown und sind nun auf dem Weg dorthin. Die Fahrzeuge hatten sie per Container nach Auckland geschickt und nun genießen sie die Fahrt durch Neuseeland in ihren offenen Sportwagen. Echt klasse.

Das Wetter ist diesig, aber trocken und der Wind hat sich gelegt. Das ist doch nett. Im Laufe der Überfahrt kommt aber die Sonne raus und als wir auf der Südinsel in den Marlborough Sound einlaufen, ist es sonnig und überwältigend schön. Die Hügel wirken etwas weicher und das Wasser hat eine Farbe, wie man es in der Südsee erwartet. Ich renne immer von einer Seite des Schiffs zur anderen, um ja keine Aussicht zu verpassen.

Auf der Südinsel habe ich eine Fahrt von 125 km vor mir. Aber die haben es mal wieder in sich. Die Straße windet sich die Hügel rauf und runter und die Kurven sind manchmal 180 ° plus. Das Fahren macht Spaß und langsam komme ich auch mit dem Linksfahren auf solchen Straßen zurecht. Spektakuläre Viewpoints lassen mich immer wieder anhalten. An einer Stelle ist der Outlook mit einer kleinen Wanderung steil bergauf verbunden, aber die Aussicht lohnt sich.

Die letzten Kilometer nehme ich einen jungen Mann aus den Niederlanden mit und wir quatschen angeregt über unsere Reiseerfahrungen, alles auf Englisch. Und das zweite Mal auf dieser Reise werde ich für mein Englisch gelobt, kaum zu glauben für mich, wo es immer mein Hassfach in der Schule war. Aber ich rede einfach drauf los und umschreibe eben, was ich nicht weiß. Was ich bedenklich finde, ist die Aussage dass, wenn mein Englisch gelobt wird, gleichzeitig die Aussage folgt, dass viele der jungen Deutschen lange nicht so viel und gut sprechen. Dabei haben die Englisch doch bis vor kurzen in der Schule gehabt und bei mir ist alles eingerostet und muss aus den Tiefen der Erinnerung gekramt werden. Aber was solls, mich freut das Lob. Ich habe auch das Gefühl, ich komme gut durch.

Meine heutige Unterkunft in Nelson ist sehr nett und meine Gastgeberin sehr lieb. Was für ein Kontrast zu den letzten zwei Tagen.

Ich beschließe meinen 1.1.2018 mit einem Bad in der Tasmansee zu beenden. Ein toller Strand ist nicht weit entfernt und das Meer ist warm und superklar. Ich schwimme fast 30 Minuten und trainiere währenddessen weiter mein Englisch und klöne mit einem neuseeländischen Ehepaar. Er hat in Kiel und Rostock gearbeitet und so gibt es viel auszutauschen. Abends esse ich ein Brot und Salat, da ich auf der Fähre mal wieder den Fish n Chips nicht widerstehen konnte. Nach weiteren netten Gesprächen mit Lyn und einem Whats App Telefonat mit  Toddy falle ich im 23.00 Uhr tot ins Bett. Tagebuch schreibe ich heute morgen- mal wieder.