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Aoraki Mount Cook

Was für ein Temperatursturz. Vorgestern Abend haben wir bei weit über 30 ° Grad in Oamaru geschwitzt und heute morgen haben wir 6 ° Grad und ich ziehe tatsächlich über meinen Fleecepulli noch meine dicke Winterjacke. Ich habe das erste Mal über Tag eine lange Hose an und fühle mich damit richtig angezogen. Und in der Jacke sind meine Stulpen und ich trage sie tatsächlich den Vormittag. Meine Schuhe sind fast trocken aber die ersten zwei Stunden habe ich sehr kalte Füße. Aber das Wetter überrascht mal wieder. Nach noch leichten Schauern am Morgen wird es im Laufe des Vormittags trocken und die Sonne schaut vereinzelt durch die Wolken. Diese ziehen etwas hoch und bieten einen wunderschönen Ausblick auf die  Berge. Waren die gestern auch schon da?

Ich starte meinen Tag mit einer Buchung für zwei Nachttouren in den Tag. Tekapo und das umgebende Mac Kenzie Land gelten als einer der dunkelsten Orte der Welt und entsprechend werden hier nachts Touren angeboten, die den Sternenhimmel erklären. Es gibt ein großes Observatorium und ich hoffe einfach mal, dass der Himmel heute und morgen Abend zumindest Lücken hat, die den Blick auf die Sterne erlauben. Ich bin gespannt. 

Anschließend statte ich der hiesigen historischen Kirche einen Besuch ab. Schon zum zweiten Mal hat eine Kirche ein normales Glasfenster hinter dem Altar, so dass Besucher beim Gottesdienst auf den wunderschönen Lake Tekapo mit seiner unglaublichen blauen Farbe gucken. Auch der Lake Pukaki, um den ich dann fast herumfahren muss, um nach Mount Cook zu kommen, hat dieses milchblaue Wasser. Alle Kinder, die Bilder malen, können hier abgucken. Ein toller Eindruck. Und heute sieht man dann auch noch die schneebedeckten Berge. Man fährt auf einer Hochebene und die Drei- bis Viertausender ragen in den Himmel und zeigen ihre schneebedeckten Flanken. Leider sind viele Spitzen in den Wolken, aber nach dem Tag gestern und der Nacht bin ich froh, dass ich so wunderschöne Eindrücke sammeln kann. Aoraki Mount Cook kann ich bei der Anfahrt auch erblicken, aber nur die Spitze, die Wolken zerteilen ihn. In Mount Cook angekommen, wander ich zum Kea Point, der einen Ausblick auf Gletscher und vor allem den Aoraki bieten soll. Doch jetzt sind die Wolken zu dick und man kann nur die dichteren Berge und Gletscher sehen. Aber dieser Blick ist wunderschön und ich sitze lange mit einer deutschen Familie in der Höhe und hoffe, dass es noch mehr frei zieht. Aber irgendwann wird mir kalt und so trete ich den Rückweg an. Ich fahre zu meiner zweiten Wanderung. Ich will einen Blick auf den Tasman Gletscher und die Blue Lakes (die inzwischen grün sind, da der Gletscher sie nicht mehr speist) erhaschen. Der Weg ist recht anstrengend. Erst ein Anstiegt und anschließend 331 Stufen mit dazwischen weiteren Steigungen. Ich bin ziemlich aus der Puste als ich den Viewpoint erreiche. Aber wie meist, hat sich auch dieser Aufstieg gelohnt. Der Gletscher liegt vor mir, dazu ein großer See. Es ist ein schöner Anblick, wenngleich ein großer Teil des Gletschers von der Oberfläche her voller Sand ist. Ein Erdrutsch hat ihn mit Geröll bedeckt und so erkennt man erst auf den zweiten Blick, wie groß der Gletscher ist. Auch hier genieße ich eine Weile den Ausblick bis ich wieder zu frieren anfange. Also runter vom Berg, was natürlich sehr angenehm ist. Dann geht es wieder nach Tekapo, was immerhin eine Fahrt vom 90 Minuten ist. Auch hier besuche ich noch für einen Fotostopp den See, bevor ich ins Hostel fahre. Hier hole ich erst mal das Tagebuch von gestern nach und schreibe auch gleich den Bericht von heute. Ich muss ja die Zeit bis zu meiner Führung um 23.30 Uhr wach bleiben. Hoffentlich gibt es genug Wolkenlücken, damit wir ein paar Sterne sehen. Aber ich denke, alleine die Dunkelheit wird ein einmaliges Erlebnis sein. Ich werde morgen berichten.