Montag der 20. Oktober 2025: Es heißt sehr früh aufstehen. Um 3 Uhr klingelt der Wecker und nach kurzer Katzenwäsche und einem Kaffee geht es auch schon los nach Hamburg. Toddy fährt mich, denn durch die Ferien haben wir keinen Parkplatz mehr bei Car Maxx bekommen. Um 4.30 Uhr sind wir auf dem Flughafen und Toddy schmeißt mich schnell raus. Ich gebe meinen Koffer beim Self-Check-in ab und gehe dann zur Security. Dort ist wenig los und durch die neuen Scanner muss ich auch nichts mehr auspacken. Schnell sind alle Formalitäten erledigt. Ich begebe mich zunächst zum Gate C7, her fülle ich meine Wasserflasche auf. Dann muss ich ans äußerte Ende vom Flughafen zu A 40, bestimmt 10 Minuten gemütlicher Walk. Ich warte auf den Aufruf und als meine Bordinggruppe drankommt, stellt die Dame am Check-in fest: Ich bin falsch. Was für ein Schreck. Ich bin nicht bei der Air France sondern bei Eurowings. Jetzt heißt es rennen, zurück zur C7, wo ich doch schon war. Ich habe noch 15 Minuten bis Boarding Ende. Mit letzter Puste und als letzter Gast checke ich ein und bin echt froh, den Flieger noch erwischt zu haben. Da ist man so früh unterwegs und dann kann ich nicht genau lesen. Beide Flüge haben die gleiche Abflugzeit und das gleiche Ziel. Ich habe eben nur nicht auf die Airline geachtet. Zu blöd, aber gerade noch mal gut gegangen.

In Paris geht das Umsteigen zügig und ich entdecke auf dem Gate auch schon Hans, den Leiter der Reise und zwei weitere Mitreisende. Der erste Kontakt ist nett und macht Zuversicht auf eine schöne Reise. Der Flug nach Brest ist sehr schaukelig, sogar der Service wird eingestellt. Die Landung in Brest ist abenteuerlich und ich bin froh, als wir unten sind. Der Flughafen Brest ist sehr klein und die Abfertigung geht schnell. Hans holt den Wagen, aber als wir rauskommen, weht der Regen waagerecht. Puuh, was für ein Mistwetter.  Das Auto ist dann auch komisch. Es ist ein 6-Sitzer aber die beiden Sitze ganz hinten sind eigentlich für Kinder und wenn sie benutzt werden, passen keine Rucksäcke mehr. Wie das wohl wird? Zur Unterkunft sind wir nur zu viert, die beiden anderen Teilnehmer sind mit dem Auto angereist.

In Le Conquet in der Auberge de Keringar lernen wir sie kennen. Leider können wir nicht gleich in die Zimmer, aber es gibt eine Küche, wo wir uns zum ersten Kennenlernen treffen. Ein Teilnehmer, Uwe, hat ein Kennzeichen aus Kiel und zum Kennenlernen biete ich an, dass wir gemeinsam zum Kloster fahren, wo es einen Kaffee geben soll. Leider eine falsche Entscheidung. Uwe wird die ganze Woche als „zweiter“ Fahrer fahren und ich bin nun scheinbar dort als Beifahrer fest. Er fährt sehr rasant und gar nicht nach meinem Geschmack und ist auch nicht sehr kommunikativ. Beim Café springt er aus dem Wagen, obwohl die anderen noch gar nicht in Sicht sind und so stehen wir im strömenden Regen und warten. Das hätte man im Auto netter gehabt, doch ihn scheint es nicht zu stören.

Nach einem stärkenden Sandwich und Kaffee machen anschließend eine kleine Vorstellungs- und Besprechungsrunde. Dann können wir auch endlich in die Zimmer. Hier habe ich Glück, mein Zimmer ist ebenerdig und gemütlich. Das Bett ist gut und das Bad sauber.

 

Zum Sonnenuntergang fahren wir zur ersten Fototour zum Kloster  Abbaye de Saint-Matieu im benachbarten Plougonvelin.  Was für eine wunderbare Location und der Regen macht auch gerade Pause. Die alte Klosterkirche hat zwar kein Dach mehr, doch gerade das macht einen Teil des Charmes aus. Dazu gibt es sogar 3 Leuchttürme und eine kleine Kapelle, die noch in Benutzung ist. Wir haben ausreichend Zeit zum Fotografieren, allerdings ist es derart stürmisch, dass wir auf unser Stativ/Kamera aufpassen müssen. Und bei Langzeitbelichtungen ist es fraglich, ob nicht doch alles verwackelt. 

Zum Abendessen fahren anschließend nach Le Conquet und essen Pizza. Leider habe ich hier eine falsche Wahl getroffen. Eine sehr intensive Knoblauchcreme bedeckt den Käse. Ich versuche es abzukratzen, aber es schmeckt nicht wirklich. Ich bin froh, dass Gaby mir einen Teil von ihrer Pizza anbietet, da sie nicht alles schafft.

Gegen 22 Uhr falle ich nur noch tot in mein Bett. Das war ein langer, aufregender und sehr interessanter Tag.

 

Der zweite Tag ist gleich mit großer Fahrerei verbunden. Es geht an die rosa Granitküste, wo ich bereits mit Toddy war. Direkt nach dem Frühstück fahren wir nach Plougrescant zum Haus zwischen den Felsen. Was haben wir für ein Glück mit dem Wetter. Es ist trocken und die Sonne zeigt sich immer mal wieder. Nur die Fahrt dorthin mit etwa 2 Stunden zerrt an meinen Nerven. Als wir auf der Autobahn sind, ist es besser. Hier hält sich Uwe strikt an die Geschwindigkeitsgrenzen. Sonst zwar auch, aber auf den engen Straßen wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ausgereizt. Da werden Kurven geschnitten und mit Millimeterabstand an anderen Fahrzeugen oder Gegenständen vorbeigerast. Ich bin schweißgebadet.

 

Vor allem fahren wir auch nicht als Convoy, sodass wir nicht mitbekommen, wenn die anderen zum Fotografieren irgendwo zusätzlich anhalten. Uwe will schnell ankommen, als Erster lospreschen und seine Fotos machen. Das er dabei uns anderen oft rücksichtslos ins Bild läuft, stört ihn nicht. Ein Narzisst vor dem Herrn. Der erste Stopp ist am Haus zwischen den Felsen – La Maison du Gouffre in Plougrescant.

So fahren wir nach dem Haus zwischen den Felsen noch einmal zurück in den Ort Treguier, wo wir eigentlich schon durchgekommen sind. Es ist ein wunderschönes Städtchen mit sehr alten Fachwerkhäusern. Hier kaufe ich mir zum Mittag einen Galette. Ich muss einige Minuten warten und bin dadurch „nur“ pünktlich, was mein Fahrer mit grimmigem Schweigen bestraft. Wäre ich zu spät, wäre er sicher losgefahren. Aber nun muss ich meinen Galette im Auto essen, was ihm überhaupt nicht passt. Obwohl die anderen noch zusammenstehen, will er los. Was für ein Idiot.

Am nächsten Stopp war ich vor zwei Jahren schon mit Toddy. Der rote Leuchtturm Men Ruiz an der rosa Granitküste leuchtet in der Sonne, herrlich. Wir haben viel Zeit zum Fotografieren und können individuell losziehen. 

Die Rückfahrt dauert dann später aber natürlich noch mal wieder zwei Stunden. Wir fahren direkt zum Restaurant in Le Conquet am Hafen. Hier esse ich heute sehr lecker Fisch und Pommes und zum Nachtisch Creme Brulée. Nach diesem wunderschönen, aber auch sehr anstrengenden Tag sind wir erst um 22.30 Uhr im Hotel.